Wir warten auf den Fluss - Teil 1

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Wir warten auf den Fluss. Wartet ihr mit?

Ihr fragt euch: "Wer ist 'wir'? Welcher Fluss? Und überhaupt - warum?!" Ich gebe mir Mühe, einige Fragezeichen in Luft aufzulösen: "Wir" sind in diesem Fall Anna, Henrike und ich. Die beiden Mädels sind meine Schwester und eine Schwester meines Freundes und zählen für mich zum erlesenen inner circle. Wir haben am Anfang der Woche eine kleine Radtour entlang der Emscher (damit ist das "welcher Fluss" auch geklärt) unternommen. Hört sich vielleicht öde und anstrengend an, aber ich kann euch jetzt sagen: anstrengend ja, öde nö. Denn zur Zeit gibt es entlang der Emscher auf einer Ausstellungsfläche von 47 km² 30 Kunstwerke zu entdecken.

Unsere treuen Drahtesel

Dear international readers, this is a pretty long post about a cycle tour along the river Emscher. I did it this week with my sister, Anna, and my boyfriend's sister, Henrike. I recommend having a look at the homepage of EMSCHERKUNST.2013 for further information on this art project. 30 pieces of art by different international artists are displayed along the river that is currently undergoing a lot of transformation. Feel free to ask questions below the post in English or to let me know if you have heard of comparable projects in your home country.

Jetzt sagt ihr: "Ok, so weit alles klar, aber der Fluss ist doch schon da. Warum wartet ihr?" Ich antworte: "Wenn ihr hier ma anne Emscher geht, merkt ihr schnell, dass es mehr offener Abwasserkanal als echter Fluss ist. Das soll sich aber bis 2020 ändern und während wir darauf warten, dass der Fluss vollständig renaturiert ist, können wir uns auch Kunst antun - wenn wa schomma da sind."

Hier geht's lang zur EMSCHERKUNST.2013
Wir haben es tatsächlich geschafft - fast - alle Kunstwerke zu besuchen (und sogar in einem übernachtet), deswegen möchte ich meinen Reisebericht in 3 Teile aufteilen. Wir beginnen in Gelsenkirchen und radeln erst mal bequem über Bottrop nach Oberhausen (Teil 1). Dann geht es weiter nach Dinslaken (Teil 2) und schließlich über Duisburg zurück nach Oberhausen (Teil 3).

Hinein ins Vergnügen!

Monument for a Forgotten Future
Auf der Wilden Insel in Gelsenkirchen treffen wir auf das erste Kunstwerk, dem wir den alternativen Titel "Der Berg ruft!" geben. Die Felsformation ist eine Nachbildung von Felsen, die man im Original im Joashua Tree National Park bei Los Angeles sehen kann. Nähert man sich dem Felsen, bemerkt man leise Klänge. Keine Einbildung sondern eine Komposition der Band Mogwai. Faszinierend!

 Ring Bell - the solar orchestra and the wind structures


Ein paar hundert Meter weiter ist man schon im Nordsternpark. Zum Verschnaufen stiefeln wir auf das Dach eines ehemaligen Kohlebunkers, um dort einen Drachen zu besuchen. Es ist kein feuerspeiendes Ungeheuer sondern eine 13 Meter breiter Kastendrachen, so wie er von Graham Bell, dem Erfinder der Glühbirne, patentiert wurde. Leider sehen wir das imposante Gebilde nur liegend, weil es zu windig ist. Nach der Ausstellung soll der Drache übrigens über Mülheim fliegen und durch die flatternden Flächen und Flöten in der Mitte sogar Musik erzeugen. Ich hoffe, dass dieses Event nicht an mir vorbeigeht.

Between the Waters

Emscher und Rhein-Herne-Kanal verlaufen an vielen Stellen sehr dicht beieinander. Daher bot es sich an, diese Verbindung auch in einem Kunstwerk darzustellen. Oben am Kopf der Treppe findet man zwei Toiletten. Das Abwasser daraus und Emscherwasser fließt dann durch eine natürliche Kläranlage und kann zusammen mit gesammeltem Regenwasser (dafür ist das gelbe Dach da) zum Gießen der Pflanzen im Community Garden oder sogar als Trinkwasser genutzt werden.


Faszinierend: "Kacken für die Kunst"

BernePark

Schaukeln kann man dort auch ganz famos!
Im Berne Park gibt es mehr als nur ein Kunstwerk zu entdecken. Er ist gleich Schauplatz für 3 Installationen: Das Theater der Pflanzen ist ein Garten in einem ehemaligen Klärbecken und über dem im Park ansässigen Restaurant prankt der Schriftzug Catch as catch can. Wenn die Sonne untergeht, werden die Beckenränder illuminiert. Und wem es zu spät wird, kann von Mai bis Oktober in einer Kanalröhre übernachten - rohrmantisch!


Zauberlehrling


Bevor wir Oberhausen erreichen, erscheint Inges Idee, der Zauberlehrling, am Horizont. Es sieht so aus, als sei ein Hochspannungsmast selber unter Strom geraten. Besonders dramatisch wirken natürlich Fotos, die bei einer besseren Wolkenlage aufgenommen wurden, aber man kann sich ja nicht alles aussuchen. Da wir sehr viel Gegenwind hatten, sich der Weg am Kanal ziemlich zog und wir manchmal das Gefühl hatten, auf der Stelle zu treten, waren wir über jede Landmarke, die sich am Horizont zeigte, wirklich froh.

Auf diesem Stückchen haben wir das Kunstwerk Carbon Obelisk von Rita McBride übersprungen und von Blowin' free am/im Besucherzentrum Oberhausen habe ich kein Foto gemacht. Genauso wenig wie von der Brücke Slinky Springs to Fame, aber da war ich schon im März, falls ihr euch erinnert.

Ich möchte euch die Internetseite der EMSCHERKUNST.2013 ans Herz legen, denn da gibt es einen übersichtlichen Tourplaner, Informationen zu allen Kunstwerken und Hintergründe zum Umbau der Emscher.

Ich hoffe, diese erste Etappe unserer Tour de Emscher hat euch gefallen und vielleicht habt ihr ein neues Ausflugsziel gefunden.


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1 Kommentar:

  1. Oh yes, Emscherkunst ist toll (na ja das meiste zumindest). Manches kann man anfassen, beklettern, erleben, manches auch nur angucken und denken was soll das ;-)? Mit dem Fahrrad habe ich nur die Strecke OB-GE abgeradelt, einige andere Punkte mit dem Auto, teilweise so als Abstecher im Vorbeifahren. Gesehen habe ich auch nur fast alles, geschrieben habe ich aber viel, wenn's gestattet ist, klickst du hier http://eichental.wordpress.com/?s=Emscherkunst&submit=Suchen

    LG
    Michael

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