Wir warten auf den Fluss - Teil 3

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Wow, es ist schon fast einen Monat her, dass ich mit zwei wunderbaren Damen die meisten Kunstwerke der EMSCHERKUNST.2013 entlang geradelt bin. Im ersten Teil konntet ihr mit uns von Gelsenkirchen nach Oberhausen fahren, im zweiten Teil ging es dann weiter bis zur Emschermündung in Dinslaken.

Guten Morgen, Dinslaken!
(Blick aus dem Zelt)
Dear international readers, this is a pretty long post about a cycle tour along the river Emscher. I did it this week with my sister, Anna, and my boyfriend's sister, Henrike. I recommend having a look at the homepage of EMSCHERKUNST.2013 for further information on this art project. 30 pieces of art by different international artists are displayed along the river that is currently undergoing a lot of transformation. Feel free to ask questions below the post in English or to let me know if you have heard of comparable projects in your home country.

Da sich das Wetter am Wochenende von seiner besten herbstlichen Seite zeigen wird, möchte ich euch noch flott die dritte Etappe von Dinslaken über Duisburg zurück nach Oberhausen zeigen. Die Kunstwerke sind noch bis zum 6. Oktober zu bewundern. Vielleicht ist das Motivation genug, dass ihr eure Räder noch einmal ausführt, bevor sie in den wohlverdienten Winterschlaf fallen.


Aus der Aufklärung


Wir haben in einem der 1000 Zelte übernachtet, die mit 10 verschiedenen Designs auf einige Kunstwerke des chinesischen Künstlers Ai Weiwei verweisen. Krallt euch an den Zeltplätzen auf jeden Fall einen Kunstguide und lasst euch die Kunstwerke erklären. Das ist wirklich spannend! Wusstet ihr, dass die Flusskrebse, die auf einem Zelt wuseln, für die Gleichschaltung im kommunistischen China stehen? Das Wort für diese Krebse für sich auf Mandarin so ähnlich an, wie "Harmonisierung", einem Euphemismus für die Gleichschaltung und Zensur durch das System.
Nach der Aktion werden die Zelte unter allen, die mal welche gemietet haben, verlost. Drückt mir bitte die Daumen! Das Packmaß ist einfach total genial und für 2 Menschen mit Radgepäck gerade richtig.

Unser Frühstück: Knäckebrot aus Schweden dazu Käse vom nahgelegenen Bio-Hof bzw. ein Stückchen Fleischwurst von der Fleischerei Rockhoff
Fluss wird Wolke


In Sichtweite des Zeltplatzes liegt das zweiteilige Kunstwerk "Fluss wird Wolke" von Reiner Maria Matysik. Eine Wolkenmaschine erzeugt alle paar Minuten eine kleine Wolke aus dem Wasser der Emscher. Gegenüber kann man in einem kugelförmigen Wohncontainer übernachten.
 

Antiherbst

Die Radroute führt jetzt ein Stückchen den Rhein entlang - sehr hübsch! - und man passiert irgendwann einen grauen Bauwagen. Darin wird ein Video gezeigt, auf dem man den Baum vor dem Bauwagen sieht. Ohne Hintergrundinfos bleibt es nur ein Baum und ist sehr langweilig. Das besondere ist aber, dass Michael Sailstorfer mit seinem im Herbst 2012 jedes Blatt, das natürlicherweise im Herbst von dem Baum gefallen ist, konserviert und mit einem Draht wieder angeheftet hat. Ich fand, dass die Veränderung von natürlichen zu künstlichen Blättern leider nicht so deutlich wurde, weil man aus der gewählten Kameraperspektive kaum "Vergleichsbäume" hatte.

Gesellschaft der Amateur-Ornithologen


Ein Gastank aus der ehemaligen Kläranlage in Herne wurde in eine Vogel-Beobachtungsstation umgebaut. Neben Ferngläsern, mit denen man die Fauna in den Rheinwiesen beobachten kann, findet man ein liebevoll eingerichtetes Wohnzimmer mit diesem Schreibtisch voller Notizbücher und einer großen Auswahl an Büchern über Vogelkunde. Wer dort länger verweilen möchte, kuschelt sich in das riesige Sofa. Ein toller Ort!

Tja, und von jetzt an ging es leider bergab. Die Routenführung und Beschilderung ließ in Duisburg zu wünschen übrig ("Müssen wir jetzt wirklich durch diesen total zu gewucherten Weg fahren?!") und auch die Kunstwerke am Wegesrand waren für mich keine Highlights. Vielleicht ist Klärung von Tue Greenfort in Duisburg-Fahrn noch herauszuheben: Der Däne sammelt in der ganzen Welt Wasserproben in Regionen, in denen Wasser ein Problem ist, weil davon zu viel oder zu wenig vorhanden ist oder weil es durch Schwerindustrie verschmutzt ist. Er lässt die Proben analysieren und markiert die Orte dann auf einer Weltkarte (die Website konnte ich leider nicht "ergooglen"). Für die Emscherkunst hat er seine Proben mitgebracht und dazu aufgerufen, Wasserproben aus der Region zu sammeln, die dann ebenfalls analysiert werden. 
Bei den anderen Kunstwerken konnte ich feststellen: Videoinstallationen sind nicht so meins und ich bevorzuge es, wenn Kunstwerke sich mit einem konkreten Problem auseinandersetzen und nicht so allgemein "Die Welt ist schlecht. Wir werden alle sterben. Der Meeresspiegel steigt.". In Duisburg-Marxloh war weder Breaking New noch Grand Tour Nouveau geöffnet - buuuuuh! Und im Landschaftspark Duisburg hatte ich dann schon total den Kaffee auf (hinzukam, dass die Toiletten abgeschlossen waren und das Besucherzentrum nicht zu finden war), sodass ich Schutzhelme von Sujin Do und The sun in the tunnel, work in situ, 2013 von Daniel Buren weder fotografieren noch wertschätzen konnte - tut mir wirklich leid, liebe Künstler!

Wir sind trotzdem tapfer weiter über Oberhausen bis nachhause geradelt. Dort wurden wir mit frischem Pflaumenkuchen erwartet. Das war ein sehr versöhnlicher Abschluss einer schönen Radtour (auch wenn ich die dritte Etappe leider nicht so sehr loben konnte, wie ich es gerne getan hätte).

Ich möchte euch die Internetseite der EMSCHERKUNST.2013 ans Herz legen, denn da gibt es einen übersichtlichen Tourplaner, Informationen zu allen Kunstwerken und Hintergründe zum Umbau der Emscher.
Ich hoffe, euch hat unsere Tour de Emscher hat euch gefallen! Nutzt doch das Wochenende, um selber ein paar Kunstwerke zu besichtigen :)


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